Tagebuch der ELBESAIL 2019 


03.08.2019

2011 – 2019. Neun Jahre ELBESAIL der Tangermünder Segler. Auch in diesem Jahr wollen wir unseren jungen Seglern wieder ein ganz besonderes Revier vor unserer Tür erschließen. Startpunkt der 9. ELBESAIL ist der Hafen des Wasserportvereins 1982 Parow e.V. 4 km westlich von Stralsund. In den Wochen vor dem Start gab es wie immer einiges vorzubereiten. Die Ausrüstung war zusammenzustellen und am Freitag zuletzt noch die Boote zu verladen. Nachdem nun alles erledigt ist treffen wir uns heute um 09.00 Uhr um in Richtung Stralsund zu starten. 13 Kinder und 11 Trainer und Betreuer bilden in diesem Jahr die ELBESAIL-Crew. Punkt 10 Uhr ging es im Bootshaus los. Nach einigen Umwegen um alle Baustellen in unserer Stadt ging es dann auf die Elbbrücke in Richtung Havelberg. Über Pritzwalk,  Wittstock, vorbei an Rostock waren wir um 16.00 Uhr in dem schönen Hafen in Parow. Als erstes wird dann immer der Planen-Anhänger mit der Zeltausrüstung ausgepackt und das Zeltlager aufgebaut. Gleichzeitig werden die Begleitboote ins Wasser gebracht. Einiges an Aufwand konnten wir heute einsparen. Die Küche unserer Gastgeber dürfen wir nutzen und brauche so unser Küchenzelt nicht aufbauen. Zwischendurch ging es dann erst einmal baden. Nachdem dann auch der große Trailer mit den Jugendbooten entladen war konnten unsere jungen Segler auch ihre Boote auftakeln und schon mal alles für unseren ersten Törn morgen vorbereiten. Zum Abendbrot geb es heute ein kleines Grillfest, nachdem das Mittagessen auf einem Rastplatz an der Autobahn sehr lecker aber kalt geblieben ist. Jetzt sitzen die älteren Kinder am Wasser und chillen ein bisschen. Die kleineren Kinder sind im Waschraum und verschwinden bald im Zelt. Wir Betreuer sitzen noch zusammen und genießen die Ruhe hier am Sund. Und wir erleben etwas ganz neuen in diesem Jahr. Mücken! Aber auch die können die Vorfreude auf die kommenden Tage nicht vertreiben. Morgen starten wir in die Rügischen Gewässer mit Stopps auf Hiddensee  und unserem Zielhafen nahe Ralswiek. 


04.08.2019

Heute soll die große Reise auf den Rügischen Gewässern nun wirklich starten. Alle sind schon so früh auf den Beinen, das ein Sportfreund der mit seinem Boot zu angeln fahren will, erstaunt feststellt ….Ihr seit ja wirklich Frühaufsteher…. Ob er wusste aus welchem Bundesland wir kommen ist nicht sicher. Nach den persönlichen Vorbereitungen auf den Tag essen wir gemeinsam Frühstück. Sonntag, es gibt Eier! Schön weich gekocht. Dazu warme Brötchen aus dem Backofen unserer Gastgeber. Ein perfekter Start in den Tag. Anschließend kümmern sich, wie immer, alle um ihre Boote und so langsam steigt die Spannung. Das Wasser da draußen scheint doch recht groß. Das Lampenfieber wächst, wird aber im Griff behalten. Zur Steuermannsbesprechung können wir feststellen, dass bessere Bedingungen auch theoretisch nicht möglich wären. Nach der kurzen Einweisung aller Segler und Betreuer in die Besonderheiten dieser Gewässer geht es endlich los. Boote ins Wasser, raus aus dem Hafen und die Nase in den Wind gesteckt. Unseren Kurs nach Norden können wir mit Wind von WNW gut halten und es wird eine schnelle Reise. Naja, relativ. So ein Opti schafft auch bei diesen tollen Bedingungen eher nur 4-5 km/h. Also gehen für die 17 km nach Suhrendorf schnell 3 Stunden ins Land. Mit 10 Jahren auf diesen recht beeindruckenden Wasser, eine echte Herausforderung für unsere jüngsten Segler. Und alle haben es super gemacht. Nach 3 h gab es an Bord der Begleitboote eine Pause mit Essen und Trinken. Ein bisschen Kraft tanken und dann wieder ab auf die Optis. Die etwas größeren jungen Segler auf den OK Jollen hatten so richtig ihren Spaß. Voller Speed mit allem was geht und das mit 5 Booten die sich 4 Stunden lang gegenseitig treiben. Das bei Sonne, gut 20 °C und tollem wind um die 3-4 Windstärken. Besser kann es eigentlich kaum noch werden. Gegen 15.30  Uhr sind wir dann in Suhrendorf am Campingplatz an Land gegangen. Natürlich erwartet von unserer Landcrew. Boote sichern, kleine Schäden feststellen und melden, reparieren, Zelte aufbauen und dann… chillen. Haben sich heute alle mehr als verdient. Zum Abend gibt es noch eine Linsensuppe und dann lassen wir alle den Abend langsam ausklingen. Ein wirklich guter Tag in der ELBESAIL-Geschichte neigt sich dem Ende. Morgen folgt die Überfahrt auf die Insel Hiddensee. Ein weiterer Höhepunkt für uns alle. Wir freuen uns darauf.

04.08.2019

Auch heute sind wir Betreuer um 07.30 Uhr aus unseren Kojen gestiegen. Die Crews der Begleitboote hatten gestern Abend und heute früh eine erweiterte Kneip-Kur. Wir haben im flachen Wasser einige hundert Meter vom Ufer entfernt geankert und mussten zum Land durch das flache Wasser laufen. Ein ordentlicher Spaziergang. Nach dem Frühstück musste heute zuerst unser Anhänger mit der Landausrüstung gepackt werden. Nach dem Einkauf für die kommenden 3 Tage muss die Landcrew heute um 14.00 Uhr in Schaprode an der Fähre nach Hiddensee sein. Anschließend ging es dann auf das Wasser zum Sprung auf die Insel Hiddensee. Nachdem wir gestern tollen Wind hatten, begann die heutige Etappe mit Flaute. Die Kinder zogen Ihre Boote durch das flache Wasser vor dem Ostseecamp Suhrendorf, bis es tief genug zum Segeln war. Die ersten zwei Stunden waren dann aus seglerischer Sicht eine echte Prüfung. Das Ziel scheinbar in Sichtweite, aber noch weit entfernt, gibt es kaum Wind und der kommt genau aus der Richtung in die wir segeln müssen. Zum Glück kommt dann doch noch etwas, wenn auch immer noch aus der falschen Richtung. Durch eine Flachwasser-Passage müssen wir die Kinder schleppen, weil der Wind uns nicht hilft. Auf dem Bodden vor unserem Zielhafen in Neuendorf frischt der Wind auf und wir können noch dann doch noch schön segeln. Nach einem gelungenen Anlegemanöver können wir es wirklich sagen. Die ELBESAIL 2019 ist auf der Insel Hiddensee angekommen. Die Inselspedition bringt uns unseren Ausrüstungsanhänger und so können wir direkt unser Biwak aufbauen. Zum Abendbrot gibt es heute Nudeln mit frisch gekochter Tomatensoße. Anschließend spielen die Kinder auf der Wiese, erste Spaziergänge an die Nahe Ostsee und durch Neuendorf runden den Abend ab. Und dann stoßen wir auf Silkes Geburtstag an. Mal wieder ein richtig guter ELBESAIL-Tag. Jetzt haben wir 2 Tage auf dieser schönen Insel uns und hier sind gespannt was uns hier erwartet.

05.08.2019

Wenn man schon mal auf dieser schönen Insel Hiddensee ist, sucht man auch etwas Entschleunigung. Wir natürlich auch. Also erst mal etwas länger schlafen, in Ruhe gefrühstückt, danach ein gemeinsames Spiel Wikinger-Schach auf dem Fußballplatz und dann ging es zu baden an den Ostsee-Strand. Im Wikingerschach haben sich die Betreuer 3-2 durchsetzen können. Mal sehen wie lange noch. Am Strand haben alle Spaß in den Wellen die der Westwind an den Strand treibt. Ein gemeinsames Ballspiel, in die Wellen springen, tauchen und schwimmen hält uns in Bewegung. Anschließend noch in der Sonne liegen und die Zeit genießen runden die Zeit am Strand ab. Zurück im Lager gibt es noch Nudeln und Jogurt von gestern Abend. Wird von allen gerne genommen. Musste auch alle werden, damit die Landcrew die Töpfe für das heutige Abendbrot freibekommt. Nach einer kleinen Mittagspause wird dann noch gesegelt. Aufgabe ist selbstständig mit den Booten im flachen Wasser abzulegen. Mit der Unterstützung der Trainer gelingt das auch gut. Anschließend wird der frische Westwind genutzt, um den Bodden östlich von Neuendorf zu erkunden.  Schnell sind mit dem Wind einige Kilometer zurückgelegt, die anschließend gegen den Wind wieder ersegelt werden wollen. Alle jungen Segler haben diese Aufgabe sicher und mit viel Freude gemeistert. Besonders schön für uns Trainer war dabei der Anblick unserer jungen Opti-Segler Clemens, Kian und Malte mitten auf dem Bodden. Natürlich Abgesichert durch Stefan, Ralf und Achim auf den Begleitbooten. Zum Abend haben wir dann Susi, Hagen mit Enna und Jan aus Schaprode abgeholt, die heute erst zu uns stoßen können. So ist jetzt die Landcrew auch vollzählig, so dass die recht umfangreichen Aufgaben nun besser geteilt werden können. Übrigens hat heute auf Hiddensee den ganzen Tag die Sonne geschienen. Aber das ist hier wohl eher normal. Wir sind gespannt ob uns das Wetter so gewogen bleibt.

06.08.2019

Der zweite Tag auf der Insel Hiddensee. Wir leben hier schon ein wenig einen Traum. Immer noch schönes Wetter, heute nur leichter Wind und Zeit für einige sportliche Spiele am, im und auf dem Wasser. Nach dem Frühstück ging es erst einmal an den Strand der Ostsee. Das Meer liegt heute fast bewegungslos vor uns. Spontan wird das Schwimmen in der recht kalten Ostsee zum Thema gemacht. Zuerst schwimmen wir Betreuer mit den größeren Seglern um die Begrenzungsboje des Schwimmbereiches. Im 17-19°C kalten Wasser eine ungewohnte Aufgabe. Mit den jüngeren Seglern geht es danach zwischen den Buhnen hin und her. Alle Segler haben dabei wieder einmal nachgewiesen, dass sie sicher schwimmen können.  Die größeren Segler machten die Runde nach kurzem aufwärmen noch einmal. Auch mit den jüngeren ging es noch einmal ins Wasser. Jetzt ging es ebenfalls in Richtung Boje. Mit Blick auf das weite Meer vom Ufer weg zu schwimmen, war für alle eine neue Erfahrung. Natürlich haben auch hier wieder alle sicher den Weg zurück an den Strand geschafft. Aber jetzt ein wenig mit Stolz in den Augen. Nach dem Mittag stand dann für unsere jüngsten, noch nicht Segler die erste Übungsstunde auf einem Opti an. In diesem Jahr sind das Lilly, Johny und Josefin, die mit ihren Großeltern mit dem Boot im Hafen liegt. Alle drei lernten wie man ein Boot lenkt und wie man eine Wende fährt um in die andere Richtung zu wechseln. Die flachen Gewässer auf der Boddenseite unserer Insel bilden für solche Übungen das ideale Revier. Mit viel Spaß und am Ende natürlich nass haben alle diese Aufgaben gemeistert. Am späten Nachmittag wurden dann noch einmal alle Segler aktiv. Ein Staffelrennen stand auf dem Programm. Je ein Opti-Segler mit seinem Boot, ein OK-Segler mit seinem Boot und ein Segeltrainer auf der OK-Jolle bilden eine Mannschaft. Start ist am Land. Alle Teams müssen ihren Opti soweit ins nur langsam tiefer werdende Wasser schieben, das der Opti-Segler lossegeln kann. Während die Optis um die Hansejolle, die als Bahnmarke dient, segeln schieben die anderen beiden den OK ins tiefe Wasser. Nun müssen noch die anderen beiden Teammitglieder mit dem OK um die Bahnmarke segeln und das Boot wieder ans Ufer schieben. Es soll nicht unerwähnt bleiben, das Kian mit Pascal und Moritz dieses Rennen gewonnen haben. Nach dem Abendbrot spielen alle noch eine Runde Wikingerschach. Nachher wird es dann wohl noch einen tollen Sonnenuntergang geben. Den werden wir uns am Ostseestrand ansehen. Und dann freuen wir uns auf morgen. Wir sind gespannt was uns noch alles erwartet.

08.08.2019

Heute müssen wir dem Wetter folgend unseren Plan ändern. Schon in den letzten Tagen deutete sich in den Wettervorhersagen an, dass am Donnerstag ein Tief zu uns kommen wird, das neben Gewitter und Regen auch ordentlich Wind mitbringen wird. Nachdem diese Vorhersage bis gestern Abend nicht besser wurde, haben wir beschlossen noch einen Tag auf Hiddensee zu bleiben. Für Freitag ist die Vorhersage günstiger, so dass wir dann sicher auf die Insel Rügen wechseln können. Also können wir Hiddensee noch etwas besser kennen lernen. Am Vormittag ging es aber erst einmal raus auf das Wasser. Einerseits setzten wir Silke, die uns bis heute Früh liebevoll bekocht hat, in Schaprode auf Rügen ab, andererseits hatten die Kinder bei langsam auffrischendem Wind so richtig Spaß auf dem Bodden. Auf dem Törn nach Neuendorf nach Schaprode und zurück konnten wir mal wieder einen unserer lieben Betreuer zum ersten Mal beim Segeln mitnehmen. Achim, der sein berufliches Leben am und auf dem Wasser verbracht hat war sehr zufrieden mit dieser Erfahrung. Beim Anlegen am flachen Boddenufer verschätzten sich Malte und Clemens in der Wassertiefe. Sie stiegen zu früh aus Ihren Booten aus um an Land zu kommen. Ohne Grund unter den Füßen trieben sie mit Ihren Booten aber wieder hinaus auf den Bodden. Aber kein Problem. Sie blieben cool und warteten auf die Unterstützung durch Ralf und Stefan auf dem Motorboot. Die beiden motivierten die Kinder wieder in die Boote zu klettern und jetzt bis ins flache Wasser zu segeln. Gesagt getan, man Ende hörten wir an Land von den Kindern wie cool doch diese Aktion war. Naja! Aber wieder einmal konnten wir sehen, dass unsere Arbeit mit den Kindern zur Sicherheit gut funktioniert. Die richtige Ausrüstung gepaart mit guten Seemannschaft wenn es darauf ankommt. So soll es sein. Am Nachmittag war dann ausreichend Zeit für eine Strandwanderung zum Leichtturm Gellen oder eine Fahrradtour über die Insel. Auch ein kleiner Nachmittagsschlaf konnte erfolgreich durchgeführt werden. Zum Abend gibt es Nudeln mit Schinken-Käse-Soße. Anschließend gab es die erste DIA-Show der ELBESAIL 2019 im Küchenzelt. Morgen werden wir diese schöne Insel leider verlassen. Wir sind schon wieder gespannt was uns im nächsten Hafen erwartet.

09.98.2019

Heute mal wieder 06.30 Uhr aufstehen für die Betreuer/Trainer. Zügig nach dem Frühstück wurde heute das Lager in Neuendorf auf Hiddensee abgebaut. Schon um 10.00 Uhr waren wir bereit in See zu stechen. Der Anhänger mit der Ausrüstung ist beladen und steht bereit zur Abholung durch die Insellogistik, die uns den Anhänger wieder nach Schaprode bringen wird. Die Landcrew muss heute mit der Fähre nach Schaprode übersetzen, weil die Begleitboote natürlich bei den Kindern bleiben müssen. Um 10.30 Uhr erklären wir in der Steuermannsbesprechung den Kurs durch die engen Fahrwasser in den vor uns liegenden Bodden. Dann geht es los. Wir verlassen unsere Insel um auf die nächste, Rügen, zu segeln. Vorbei an den Orten Vitte und Kloster führt unser Kurs erst nach Norden. Wir folgen dann dem Fahrwasser nach Osten vorbei an der Ausfahrt Richtung Ostsee und am Fahrwasser zum Rassower Strom. Dann passieren wir die Fähre Wittow und erreichen den Breetzer Bodden in dem unser heutiges Ziel liegt. Der Hafen in Vieregge ist heute unser Gastgeber. Schon am Telefon bei der Vorbereitung ist Thomas, der Hafenmeister, ein hilfsbereiter Gesprächspartner. Als wir ankommen steht er schon auf der Mole und erwartet uns. Ein Strand zum Anlegen für die Jugendboote und gute Liegeplätze am Steg im Hafen für die Begleitboote stehen bereit. Die Wiese für unser Lager ist frisch gemäht und das Flair in diesem Hafen ist einfach toll. Als wir anlegen fahren auch die Autos der Landcrew vor. So kann das Lager wieder aufgebaut werden und für den ersten Hunger gibt es selbstgewickelte Wrap´s. Kaum war alles erledigt waren wir auch schon wieder an den Booten. Einerseits sind einige Betreuer mit OK´s unterwegs, natürlich unter der Anleitung der eigentlichen Ok Segler. Andererseits spielen einige Opti-Segler  mit einem OK im flachen Wasser. Reinklettern, schaukeln, rausfallen, kentern und aufrichten sind spielerische Übungen, die sie bald brauchen werden. Besonders schön ist, dass auch die zukünftigen Segler Enna, Lilly und Jonny intensiv mitgemacht haben. Das wird ihnen helfen ihren Weg zum Segler zu gehen. Nach dem Abendbrot haben wir dann erfahren, das die drei Betreuer auf den OK´s unter der Leitung von Dennis und Pascal eine kleine Wettfahrtserie mit drei Rennen gefahren haben. Dennis und Pascal haben in einer sehr launigen Siegerehrung die hervorragenden Ergebnisse prämiert. 1. Frank (eine Flasche Pils), 2. Ralf (eine kleine Flasche Weizenmix Kaktusfeige), 3. Hagen (eine Flasche Vitamalz). Als Dank für die Arbeit der Landcrew durften die Kinder heute mal den Abwasch nach dem Abendbrot machen. Mit etwas Musik ging das auch super und ganz schnell. Jetzt genießen wir den Rest des Tages und sind gespannt ob wir morgen unser Ziel erreichen können.

10.08.2019

Heute ist unser letzter Segel-Tag auf dieser ELBESAIL 2019. Gespannt schauen wir auf die Wettervorhersage die uns den Wind für heute anzeigt. Noch gestern Abend war recht viel Wind angesagt. Heute früh wird uns segelbarer frischer Wind aus Südwest bis West vorhergesagt. Also noch einmal das ganze Procedere. Früh aufstehen, Morgentoilette, Frühstück, Zelte abbauen, Küchenzelt abbauen, Anhänger beladen, Boote auftakeln und schon kann es losgehen. Aber der Aufwand ist es wert. Die Kinder werden belohnt mit anspruchsvollem, schnellen durchaus anstrengendem segeln, wie sie es so noch nicht erlebt haben. Vier Stunden intensive Auseinandersetzung mit dem Boot. Das ist die Situation die wir organisieren, um den Kindern zu zeigen wie schön die Zeit mit dem Boot allein sein kann. Nach drei Stunden zieht eine Böhenfront über uns. Die beiden jüngsten Segler auf ihren Optis waren nach so langer Zeit nicht mehr komplett Aufmerksam. Beiden wurden von der Böh erwischt und ihre Boote kenterten fast gleichzeitig. Mitten auf den Jasmunder Bodden. Kaum im Wasser waren beide wieder hell wach. Sie machten was wir geübt haben. Rauf aufs Schwert, das Boot aufgerichtet und versuchen einzusteigen. Malte ist das noch einmal gelungen und er segelte weiter. Allerdings nicht sehr lange. Mit viel Wasser im Boot kenterte er sehr schnell wieder. Clemens und sein Boot nahmen wir  mit dem Begleitboot zuerst an. Clemens aus dem Wasser, Trainer ins Wasser, Schwert raus, Ruder raus, letzte Wasser aus dem Boot das Segel bergen, Wasser aus dem Boot kippen und das Boot in schlepp nehmen. Zuletzt musste Clemens noch das restliche Wasser auspützen. Erst danach konnte Malte an die Reihe kommen. Er wartete an seinem Boot im Wasser 15 Minuten bis wir Ihn an Bord holen konnten. Dabei war er komplett entspannt. Dann alles noch einmal. Als beiden Boote im Schlepp hingen, konnten wir wieder Kurs auf unser Ziel nehmen. Die ganze Zeit warteten die beiden anderen Optis mit Kian und Jan mit dem zweiten Begleitboot in der Nähe. Auf mein ausdrückliches Lob, wie cool die beiden jungen Segler die Kenterung gemeistert haben, antwortete Clemens „… ich habe an das Altoa gedacht und einfach gemacht was wir dort gelernt haben…“ Mehr Lob und Bestätigung kann es für einen Trainer wohl nicht geben! Die OK-Segler waren mit Ihren schnelleren Booten zu der Zeit schon voraus und besuchten die Naturbühne der Störtebeker-Festspiele in Ralswiek vom Bodden aus. Sie konnten in der Nähe sogar anlegen und Achim sorgte für eine Extra-Verpflegung. Nach einer erholsamen Pause. Dann ging es auch für diese Segler in Richtung unseres letzten Etappenziels dieser ELBESAIL.  angekommen mussten die Boote heute abgetakelt werden, damit sie wieder auf den Trailer können. Dort holten dann noch die Gespann-Fahrer die Trailer-Gespanne aus Parow. Wieder zurück in Sagrad – Martinshafen wartete schon ein kleines Grillfest auf die ELBESAIL- Crew. Der traditionell letzte Abend wird zünftig begangen. Wieder einmal sind wir auf einem ungewöhnlichen Törn gegangen und haben ihn sicher zu Enden gebracht. Alle Teilnehmer sind gesund und munter. Von der  Ausrüstung  haben wir leider dass Vorsegel der Hansejolle verloren. Nach über 40 Jahren hat es seine Aufgabe nicht mehr erfüllen können. Morgen werden wir alle Boote verladen und dann auf die lange Reise nach Tangermünde gehen. Ein tolles Trainingslager für die jungen Segler des TWV geht zu Ende. Es war die 9. ELBESAIL!

11.08.2019

Angekommen! Nach einer stürmischen Nacht im Martinshafen von Sagrad sind wir heute alle etwas müde aus den Kojen geklettert. Aber es hilft ja nichts. Wir müssen wieder nach Hause. Schon vor dem Frühstück werden die Begleitboote von Ralf, Stefan und Erik  für das aufslippen vorbereitet. Der Hafenmeister hat uns frische Brötchen mitgebracht, die allen schmecken. Anschließende werden die Zelte abgebaut. Begleitboote slippen und Jugendboote aufladen ist eine Einheit. Wir haben ja schließlich schon lange genug geübt. Zum Schluss wird noch das Küchenzelt leergeräumt und abgebaut. Nachdem alles Im Ausrüstungsanhänger verstaut ist, sind auch alle Bootstrailer bereit zur Abfahrt. Gut 235 km liegen jetzt auf der Straße vor uns. Mit 2 Pausen brauchen wir dafür gut sechs Stunden. Als wir im Bootshaus des Tangermünder Wassersportvereins ankommen warten schon alle Eltern unserer jungen Segler ganz gespannt auf die Kinder. Alle sind gesund und munter wieder zu Hause. Das liegt daran, dass so viele Menschen bereit waren genau dafür zu sorgen. Da sind Annett, Silke, Susi, Ute, Björn, Christian und Hagen, die so viel Zeit im Küchenzelt und beim Einkaufen und Ausrüstung transportieren verbracht haben, das sie leider nur kurze Zeit auf dem Wasser sein konnten. DANKE dass Ihr als Landcrew für uns da wart. Aber auch auf dem Wasser hatten wir immer kompetente Unterstützung. Stefan, Mark, Frank, Ralf, Achim und auch hier immer wieder Hagen sorgten gemeinsam mit mir für Service und Sicherheit auf den Rügischen Bodden. DANKE dass Ihr da wart. Natürlich waren da auch unsere Gastgeber in den Häfen. Der Wassersportverein 1982 Parow, bei dem wie alle unsere Autos und Trailer abstellen und diese ELBESAIL beginnen durften. Dann waren wir in Suhrendorf im Ostseecamp. Dann der Höhepunkt. Neuendorf aus Hiddensee. Ein Traum in Gras und Heide. Eine solch zuvorkommende Aufnahme haben wir nicht im Traum erwartet. Das gilt auch für die Häfen in Vieregge und Sagrad. Wir sind überwältigt mit welcher Gastfreundschaft wir dort willkommen geheißen worden sind. Und allen gemeinsam ist die Aussage, …Für die Jugendarbeit machen wir das! – Vielen, vielen Dank dafür. Schon fast natürlich haben wir auch in diesem Jahr eine großzügige Förderung für diese ELBESAIL von der Hugo Meyer Nachfahren-Stiftung nutzen dürfen. Aber wir wissen, dass so etwas nicht selbstverständlich ist.  Ein RIESEN DANKESCHÖN dafür nach Hamburg und Stuttgart. Zum Schluss möchte ich mich, ja mal wieder, bei den eigentlich wichtigen Menschen dieser ELBESAIL bedanken. Bei unseren jungen Seglern im Tangermünder Wassersportverein e.V. In Diesem Jahr waren das Lilly, Jonny und Enna als ganz junge, jetzt neue Segler, Amy, Maya, Hannes, Moritz und Pascal die schon mit viel Erfahrung unterwegs sind, sowie  Clemens, Jan, Kian und Malte die sich in diesem Jahr auf ihren Optis so wohl gefühlt haben. EUCH ALLEN gilt mein ganz persönliches DANKESCHÖN. ZU erleben wie ihr euch entwickelt ist der größte Lohn den man bekommen kann. Ich freue mich schon jetzt auf die ELBESAIL 2020.




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