Tagebuch der ELBESAIL 2019
03.08.2019
2011 – 2019.
Neun Jahre ELBESAIL der Tangermünder Segler. Auch in diesem Jahr wollen
wir unseren jungen Seglern wieder ein ganz besonderes Revier vor unserer
Tür erschließen. Startpunkt der 9. ELBESAIL ist der Hafen des
Wasserportvereins 1982 Parow e.V. 4 km westlich von Stralsund. In den
Wochen vor dem Start gab es wie immer einiges vorzubereiten. Die
Ausrüstung war zusammenzustellen und am Freitag zuletzt noch die Boote
zu verladen. Nachdem nun alles erledigt ist treffen wir uns heute um
09.00 Uhr um in Richtung Stralsund zu starten. 13 Kinder und 11 Trainer
und Betreuer bilden in diesem Jahr die ELBESAIL-Crew. Punkt 10 Uhr ging
es im Bootshaus los. Nach einigen Umwegen um alle Baustellen in unserer
Stadt ging es dann auf die Elbbrücke in Richtung Havelberg. Über
Pritzwalk, Wittstock, vorbei an Rostock waren wir um 16.00 Uhr in dem
schönen Hafen in Parow. Als erstes wird dann immer der Planen-Anhänger
mit der Zeltausrüstung ausgepackt und das Zeltlager aufgebaut.
Gleichzeitig werden die Begleitboote ins Wasser gebracht. Einiges an
Aufwand konnten wir heute einsparen. Die Küche unserer Gastgeber dürfen
wir nutzen und brauche so unser Küchenzelt nicht aufbauen. Zwischendurch
ging es dann erst einmal baden. Nachdem dann auch der große Trailer mit
den Jugendbooten entladen war konnten unsere jungen Segler auch ihre
Boote auftakeln und schon mal alles für unseren ersten Törn morgen
vorbereiten. Zum Abendbrot geb es heute ein kleines Grillfest, nachdem
das Mittagessen auf einem Rastplatz an der Autobahn sehr lecker aber
kalt geblieben ist. Jetzt sitzen die älteren Kinder am Wasser und
chillen ein bisschen. Die kleineren Kinder sind im Waschraum und
verschwinden bald im Zelt. Wir Betreuer sitzen noch zusammen und
genießen die Ruhe hier am Sund. Und wir erleben etwas ganz neuen in
diesem Jahr. Mücken! Aber auch die können die Vorfreude auf die
kommenden Tage nicht vertreiben. Morgen starten wir in die Rügischen
Gewässer mit Stopps auf Hiddensee und unserem Zielhafen nahe Ralswiek.
04.08.2019
Heute
soll die große Reise auf den Rügischen Gewässern nun wirklich starten.
Alle sind schon so früh auf den Beinen, das ein Sportfreund der mit
seinem Boot zu angeln fahren will, erstaunt feststellt ….Ihr seit ja
wirklich Frühaufsteher…. Ob er wusste aus welchem Bundesland wir kommen
ist nicht sicher. Nach den persönlichen Vorbereitungen auf den Tag essen
wir gemeinsam Frühstück. Sonntag, es gibt Eier! Schön weich gekocht.
Dazu warme Brötchen aus dem Backofen unserer Gastgeber. Ein perfekter
Start in den Tag. Anschließend kümmern sich, wie immer, alle um ihre
Boote und so langsam steigt die Spannung. Das Wasser da draußen scheint
doch recht groß. Das Lampenfieber wächst, wird aber im Griff behalten.
Zur Steuermannsbesprechung können wir feststellen, dass bessere
Bedingungen auch theoretisch nicht möglich wären. Nach der kurzen
Einweisung aller Segler und Betreuer in die Besonderheiten dieser
Gewässer geht es endlich los. Boote ins Wasser, raus aus dem Hafen und
die Nase in den Wind gesteckt. Unseren Kurs nach Norden können wir mit
Wind von WNW gut halten und es wird eine schnelle Reise. Naja, relativ.
So ein Opti schafft auch bei diesen tollen Bedingungen eher nur 4-5
km/h. Also gehen für die 17 km nach Suhrendorf schnell 3 Stunden ins
Land. Mit 10 Jahren auf diesen recht beeindruckenden Wasser, eine echte
Herausforderung für unsere jüngsten Segler. Und alle haben es super
gemacht. Nach 3 h gab es an Bord der Begleitboote eine Pause mit Essen
und Trinken. Ein bisschen Kraft tanken und dann wieder ab auf die Optis.
Die etwas größeren jungen Segler auf den OK Jollen hatten so richtig
ihren Spaß. Voller Speed mit allem was geht und das mit 5 Booten die
sich 4 Stunden lang gegenseitig treiben. Das bei Sonne, gut 20 °C und
tollem wind um die 3-4 Windstärken. Besser kann es eigentlich kaum noch
werden. Gegen 15.30 Uhr sind wir dann in Suhrendorf am Campingplatz an
Land gegangen. Natürlich erwartet von unserer Landcrew. Boote sichern,
kleine Schäden feststellen und melden, reparieren, Zelte aufbauen und
dann… chillen. Haben sich heute alle mehr als verdient. Zum Abend gibt
es noch eine Linsensuppe und dann lassen wir alle den Abend langsam
ausklingen. Ein wirklich guter Tag in der ELBESAIL-Geschichte neigt sich
dem Ende. Morgen folgt die Überfahrt auf die Insel Hiddensee. Ein
weiterer Höhepunkt für uns alle. Wir freuen uns darauf.
04.08.2019
Auch
heute sind wir Betreuer um 07.30 Uhr aus unseren Kojen gestiegen. Die
Crews der Begleitboote hatten gestern Abend und heute früh eine
erweiterte Kneip-Kur. Wir haben im flachen Wasser einige hundert Meter
vom Ufer entfernt geankert und mussten zum Land durch das flache Wasser
laufen. Ein ordentlicher Spaziergang. Nach dem Frühstück musste heute
zuerst unser Anhänger mit der Landausrüstung gepackt werden. Nach dem
Einkauf für die kommenden 3 Tage muss die Landcrew heute um 14.00 Uhr in
Schaprode an der Fähre nach Hiddensee sein. Anschließend ging es dann
auf das Wasser zum Sprung auf die Insel Hiddensee. Nachdem wir gestern
tollen Wind hatten, begann die heutige Etappe mit Flaute. Die Kinder
zogen Ihre Boote durch das flache Wasser vor dem Ostseecamp Suhrendorf,
bis es tief genug zum Segeln war. Die ersten zwei Stunden waren dann aus
seglerischer Sicht eine echte Prüfung. Das Ziel scheinbar in
Sichtweite, aber noch weit entfernt, gibt es kaum Wind und der kommt
genau aus der Richtung in die wir segeln müssen. Zum Glück kommt dann
doch noch etwas, wenn auch immer noch aus der falschen Richtung. Durch
eine Flachwasser-Passage müssen wir die Kinder schleppen, weil der Wind
uns nicht hilft. Auf dem Bodden vor unserem Zielhafen in Neuendorf
frischt der Wind auf und wir können noch dann doch noch schön segeln.
Nach einem gelungenen Anlegemanöver können wir es wirklich sagen. Die
ELBESAIL 2019 ist auf der Insel Hiddensee angekommen. Die Inselspedition
bringt uns unseren Ausrüstungsanhänger und so können wir direkt unser
Biwak aufbauen. Zum Abendbrot gibt es heute Nudeln mit frisch gekochter
Tomatensoße. Anschließend spielen die Kinder auf der Wiese, erste
Spaziergänge an die Nahe Ostsee und durch Neuendorf runden den Abend ab.
Und dann stoßen wir auf Silkes Geburtstag an. Mal wieder ein richtig
guter ELBESAIL-Tag. Jetzt haben wir 2 Tage auf dieser schönen Insel uns
und hier sind gespannt was uns hier erwartet.
05.08.2019
Wenn
man schon mal auf dieser schönen Insel Hiddensee ist, sucht man auch
etwas Entschleunigung. Wir natürlich auch. Also erst mal etwas länger
schlafen, in Ruhe gefrühstückt, danach ein gemeinsames Spiel
Wikinger-Schach auf dem Fußballplatz und dann ging es zu baden an den
Ostsee-Strand. Im Wikingerschach haben sich die Betreuer 3-2 durchsetzen
können. Mal sehen wie lange noch. Am Strand haben alle Spaß in den
Wellen die der Westwind an den Strand treibt. Ein gemeinsames Ballspiel,
in die Wellen springen, tauchen und schwimmen hält uns in Bewegung.
Anschließend noch in der Sonne liegen und die Zeit genießen runden die
Zeit am Strand ab. Zurück im Lager gibt es noch Nudeln und Jogurt von
gestern Abend. Wird von allen gerne genommen. Musste auch alle werden,
damit die Landcrew die Töpfe für das heutige Abendbrot freibekommt. Nach
einer kleinen Mittagspause wird dann noch gesegelt. Aufgabe ist
selbstständig mit den Booten im flachen Wasser abzulegen. Mit der
Unterstützung der Trainer gelingt das auch gut. Anschließend wird der
frische Westwind genutzt, um den Bodden östlich von Neuendorf zu
erkunden. Schnell sind mit dem Wind einige Kilometer zurückgelegt, die
anschließend gegen den Wind wieder ersegelt werden wollen. Alle jungen
Segler haben diese Aufgabe sicher und mit viel Freude gemeistert.
Besonders schön für uns Trainer war dabei der Anblick unserer jungen
Opti-Segler Clemens, Kian und Malte mitten auf dem Bodden. Natürlich
Abgesichert durch Stefan, Ralf und Achim auf den Begleitbooten. Zum
Abend haben wir dann Susi, Hagen mit Enna und Jan aus Schaprode
abgeholt, die heute erst zu uns stoßen können. So ist jetzt die Landcrew
auch vollzählig, so dass die recht umfangreichen Aufgaben nun besser
geteilt werden können. Übrigens hat heute auf Hiddensee den ganzen Tag
die Sonne geschienen. Aber das ist hier wohl eher normal. Wir sind
gespannt ob uns das Wetter so gewogen bleibt.
06.08.2019
Der
zweite Tag auf der Insel Hiddensee. Wir leben hier schon ein wenig
einen Traum. Immer noch schönes Wetter, heute nur leichter Wind und Zeit
für einige sportliche Spiele am, im und auf dem Wasser. Nach dem
Frühstück ging es erst einmal an den Strand der Ostsee. Das Meer liegt
heute fast bewegungslos vor uns. Spontan wird das Schwimmen in der recht
kalten Ostsee zum Thema gemacht. Zuerst schwimmen wir Betreuer mit den
größeren Seglern um die Begrenzungsboje des Schwimmbereiches. Im 17-19°C
kalten Wasser eine ungewohnte Aufgabe. Mit den jüngeren Seglern geht es
danach zwischen den Buhnen hin und her. Alle Segler haben dabei wieder
einmal nachgewiesen, dass sie sicher schwimmen können. Die größeren
Segler machten die Runde nach kurzem aufwärmen noch einmal. Auch mit den
jüngeren ging es noch einmal ins Wasser. Jetzt ging es ebenfalls in
Richtung Boje. Mit Blick auf das weite Meer vom Ufer weg zu schwimmen,
war für alle eine neue Erfahrung. Natürlich haben auch hier wieder alle
sicher den Weg zurück an den Strand geschafft. Aber jetzt ein wenig mit
Stolz in den Augen. Nach dem Mittag stand dann für unsere jüngsten, noch
nicht Segler die erste Übungsstunde auf einem Opti an. In diesem Jahr
sind das Lilly, Johny und Josefin, die mit ihren Großeltern mit dem Boot
im Hafen liegt. Alle drei lernten wie man ein Boot lenkt und wie man
eine Wende fährt um in die andere Richtung zu wechseln. Die flachen
Gewässer auf der Boddenseite unserer Insel bilden für solche Übungen das
ideale Revier. Mit viel Spaß und am Ende natürlich nass haben alle
diese Aufgaben gemeistert. Am späten Nachmittag wurden dann noch einmal
alle Segler aktiv. Ein Staffelrennen stand auf dem Programm. Je ein
Opti-Segler mit seinem Boot, ein OK-Segler mit seinem Boot und ein
Segeltrainer auf der OK-Jolle bilden eine Mannschaft. Start ist am Land.
Alle Teams müssen ihren Opti soweit ins nur langsam tiefer werdende
Wasser schieben, das der Opti-Segler lossegeln kann. Während die Optis
um die Hansejolle, die als Bahnmarke dient, segeln schieben die anderen
beiden den OK ins tiefe Wasser. Nun müssen noch die anderen beiden
Teammitglieder mit dem OK um die Bahnmarke segeln und das Boot wieder
ans Ufer schieben. Es soll nicht unerwähnt bleiben, das Kian mit Pascal
und Moritz dieses Rennen gewonnen haben. Nach dem Abendbrot spielen alle
noch eine Runde Wikingerschach. Nachher wird es dann wohl noch einen
tollen Sonnenuntergang geben. Den werden wir uns am Ostseestrand
ansehen. Und dann freuen wir uns auf morgen. Wir sind gespannt was uns
noch alles erwartet.
08.08.2019
Heute müssen wir dem
Wetter folgend unseren Plan ändern. Schon in den letzten Tagen deutete
sich in den Wettervorhersagen an, dass am Donnerstag ein Tief zu uns
kommen wird, das neben Gewitter und Regen auch ordentlich Wind
mitbringen wird. Nachdem diese Vorhersage bis gestern Abend nicht besser
wurde, haben wir beschlossen noch einen Tag auf Hiddensee zu bleiben.
Für Freitag ist die Vorhersage günstiger, so dass wir dann sicher auf
die Insel Rügen wechseln können. Also können wir Hiddensee noch etwas
besser kennen lernen. Am Vormittag ging es aber erst einmal raus auf das
Wasser. Einerseits setzten wir Silke, die uns bis heute Früh liebevoll
bekocht hat, in Schaprode auf Rügen ab, andererseits hatten die Kinder
bei langsam auffrischendem Wind so richtig Spaß auf dem Bodden. Auf dem
Törn nach Neuendorf nach Schaprode und zurück konnten wir mal wieder
einen unserer lieben Betreuer zum ersten Mal beim Segeln mitnehmen.
Achim, der sein berufliches Leben am und auf dem Wasser verbracht hat
war sehr zufrieden mit dieser Erfahrung. Beim Anlegen am flachen
Boddenufer verschätzten sich Malte und Clemens in der Wassertiefe. Sie
stiegen zu früh aus Ihren Booten aus um an Land zu kommen. Ohne Grund
unter den Füßen trieben sie mit Ihren Booten aber wieder hinaus auf den
Bodden. Aber kein Problem. Sie blieben cool und warteten auf die
Unterstützung durch Ralf und Stefan auf dem Motorboot. Die beiden
motivierten die Kinder wieder in die Boote zu klettern und jetzt bis ins
flache Wasser zu segeln. Gesagt getan, man Ende hörten wir an Land von
den Kindern wie cool doch diese Aktion war. Naja! Aber wieder einmal
konnten wir sehen, dass unsere Arbeit mit den Kindern zur Sicherheit gut
funktioniert. Die richtige Ausrüstung gepaart mit guten Seemannschaft
wenn es darauf ankommt. So soll es sein. Am Nachmittag war dann
ausreichend Zeit für eine Strandwanderung zum Leichtturm Gellen oder
eine Fahrradtour über die Insel. Auch ein kleiner Nachmittagsschlaf
konnte erfolgreich durchgeführt werden. Zum Abend gibt es Nudeln mit
Schinken-Käse-Soße. Anschließend gab es die erste DIA-Show der ELBESAIL
2019 im Küchenzelt. Morgen werden wir diese schöne Insel leider
verlassen. Wir sind schon wieder gespannt was uns im nächsten Hafen
erwartet.
09.98.2019
Heute mal wieder 06.30 Uhr
aufstehen für die Betreuer/Trainer. Zügig nach dem Frühstück wurde heute
das Lager in Neuendorf auf Hiddensee abgebaut. Schon um 10.00 Uhr waren
wir bereit in See zu stechen. Der Anhänger mit der Ausrüstung ist
beladen und steht bereit zur Abholung durch die Insellogistik, die uns
den Anhänger wieder nach Schaprode bringen wird. Die Landcrew muss heute
mit der Fähre nach Schaprode übersetzen, weil die Begleitboote
natürlich bei den Kindern bleiben müssen. Um 10.30 Uhr erklären wir in
der Steuermannsbesprechung den Kurs durch die engen Fahrwasser in den
vor uns liegenden Bodden. Dann geht es los. Wir verlassen unsere Insel
um auf die nächste, Rügen, zu segeln. Vorbei an den Orten Vitte und
Kloster führt unser Kurs erst nach Norden. Wir folgen dann dem
Fahrwasser nach Osten vorbei an der Ausfahrt Richtung Ostsee und am
Fahrwasser zum Rassower Strom. Dann passieren wir die Fähre Wittow und
erreichen den Breetzer Bodden in dem unser heutiges Ziel liegt. Der
Hafen in Vieregge ist heute unser Gastgeber. Schon am Telefon bei der
Vorbereitung ist Thomas, der Hafenmeister, ein hilfsbereiter
Gesprächspartner. Als wir ankommen steht er schon auf der Mole und
erwartet uns. Ein Strand zum Anlegen für die Jugendboote und gute
Liegeplätze am Steg im Hafen für die Begleitboote stehen bereit. Die
Wiese für unser Lager ist frisch gemäht und das Flair in diesem Hafen
ist einfach toll. Als wir anlegen fahren auch die Autos der Landcrew
vor. So kann das Lager wieder aufgebaut werden und für den ersten Hunger
gibt es selbstgewickelte Wrap´s. Kaum war alles erledigt waren wir auch
schon wieder an den Booten. Einerseits sind einige Betreuer mit OK´s
unterwegs, natürlich unter der Anleitung der eigentlichen Ok Segler.
Andererseits spielen einige Opti-Segler mit einem OK im flachen Wasser.
Reinklettern, schaukeln, rausfallen, kentern und aufrichten sind
spielerische Übungen, die sie bald brauchen werden. Besonders schön ist,
dass auch die zukünftigen Segler Enna, Lilly und Jonny intensiv
mitgemacht haben. Das wird ihnen helfen ihren Weg zum Segler zu gehen.
Nach dem Abendbrot haben wir dann erfahren, das die drei Betreuer auf
den OK´s unter der Leitung von Dennis und Pascal eine kleine
Wettfahrtserie mit drei Rennen gefahren haben. Dennis und Pascal haben
in einer sehr launigen Siegerehrung die hervorragenden Ergebnisse
prämiert. 1. Frank (eine Flasche Pils), 2. Ralf (eine kleine Flasche
Weizenmix Kaktusfeige), 3. Hagen (eine Flasche Vitamalz). Als Dank für
die Arbeit der Landcrew durften die Kinder heute mal den Abwasch nach
dem Abendbrot machen. Mit etwas Musik ging das auch super und ganz
schnell. Jetzt genießen wir den Rest des Tages und sind gespannt ob wir
morgen unser Ziel erreichen können.
10.08.2019
Heute ist
unser letzter Segel-Tag auf dieser ELBESAIL 2019. Gespannt schauen wir
auf die Wettervorhersage die uns den Wind für heute anzeigt. Noch
gestern Abend war recht viel Wind angesagt. Heute früh wird uns
segelbarer frischer Wind aus Südwest bis West vorhergesagt. Also noch
einmal das ganze Procedere. Früh aufstehen, Morgentoilette, Frühstück,
Zelte abbauen, Küchenzelt abbauen, Anhänger beladen, Boote auftakeln und
schon kann es losgehen. Aber der Aufwand ist es wert. Die Kinder werden
belohnt mit anspruchsvollem, schnellen durchaus anstrengendem segeln,
wie sie es so noch nicht erlebt haben. Vier Stunden intensive
Auseinandersetzung mit dem Boot. Das ist die Situation die wir
organisieren, um den Kindern zu zeigen wie schön die Zeit mit dem Boot
allein sein kann. Nach drei Stunden zieht eine Böhenfront über uns. Die
beiden jüngsten Segler auf ihren Optis waren nach so langer Zeit nicht
mehr komplett Aufmerksam. Beiden wurden von der Böh erwischt und ihre
Boote kenterten fast gleichzeitig. Mitten auf den Jasmunder Bodden. Kaum
im Wasser waren beide wieder hell wach. Sie machten was wir geübt
haben. Rauf aufs Schwert, das Boot aufgerichtet und versuchen
einzusteigen. Malte ist das noch einmal gelungen und er segelte weiter.
Allerdings nicht sehr lange. Mit viel Wasser im Boot kenterte er sehr
schnell wieder. Clemens und sein Boot nahmen wir mit dem Begleitboot
zuerst an. Clemens aus dem Wasser, Trainer ins Wasser, Schwert raus,
Ruder raus, letzte Wasser aus dem Boot das Segel bergen, Wasser aus dem
Boot kippen und das Boot in schlepp nehmen. Zuletzt musste Clemens noch
das restliche Wasser auspützen. Erst danach konnte Malte an die Reihe
kommen. Er wartete an seinem Boot im Wasser 15 Minuten bis wir Ihn an
Bord holen konnten. Dabei war er komplett entspannt. Dann alles noch
einmal. Als beiden Boote im Schlepp hingen, konnten wir wieder Kurs auf
unser Ziel nehmen. Die ganze Zeit warteten die beiden anderen Optis mit
Kian und Jan mit dem zweiten Begleitboot in der Nähe. Auf mein
ausdrückliches Lob, wie cool die beiden jungen Segler die Kenterung
gemeistert haben, antwortete Clemens „… ich habe an das Altoa gedacht
und einfach gemacht was wir dort gelernt haben…“ Mehr Lob und
Bestätigung kann es für einen Trainer wohl nicht geben! Die OK-Segler
waren mit Ihren schnelleren Booten zu der Zeit schon voraus und
besuchten die Naturbühne der Störtebeker-Festspiele in Ralswiek vom
Bodden aus. Sie konnten in der Nähe sogar anlegen und Achim sorgte für
eine Extra-Verpflegung. Nach einer erholsamen Pause. Dann ging es auch
für diese Segler in Richtung unseres letzten Etappenziels dieser
ELBESAIL. angekommen mussten die Boote heute abgetakelt werden, damit
sie wieder auf den Trailer können. Dort holten dann noch die
Gespann-Fahrer die Trailer-Gespanne aus Parow. Wieder zurück in Sagrad –
Martinshafen wartete schon ein kleines Grillfest auf die ELBESAIL-
Crew. Der traditionell letzte Abend wird zünftig begangen. Wieder einmal
sind wir auf einem ungewöhnlichen Törn gegangen und haben ihn sicher zu
Enden gebracht. Alle Teilnehmer sind gesund und munter. Von der
Ausrüstung haben wir leider dass Vorsegel der Hansejolle verloren. Nach
über 40 Jahren hat es seine Aufgabe nicht mehr erfüllen können. Morgen
werden wir alle Boote verladen und dann auf die lange Reise nach
Tangermünde gehen. Ein tolles Trainingslager für die jungen Segler des
TWV geht zu Ende. Es war die 9. ELBESAIL!
11.08.2019
Angekommen!
Nach einer stürmischen Nacht im Martinshafen von Sagrad sind wir heute
alle etwas müde aus den Kojen geklettert. Aber es hilft ja nichts. Wir
müssen wieder nach Hause. Schon vor dem Frühstück werden die
Begleitboote von Ralf, Stefan und Erik für das aufslippen vorbereitet.
Der Hafenmeister hat uns frische Brötchen mitgebracht, die allen
schmecken. Anschließende werden die Zelte abgebaut. Begleitboote slippen
und Jugendboote aufladen ist eine Einheit. Wir haben ja schließlich
schon lange genug geübt. Zum Schluss wird noch das Küchenzelt
leergeräumt und abgebaut. Nachdem alles Im Ausrüstungsanhänger verstaut
ist, sind auch alle Bootstrailer bereit zur Abfahrt. Gut 235 km liegen
jetzt auf der Straße vor uns. Mit 2 Pausen brauchen wir dafür gut sechs
Stunden. Als wir im Bootshaus des Tangermünder Wassersportvereins
ankommen warten schon alle Eltern unserer jungen Segler ganz gespannt
auf die Kinder. Alle sind gesund und munter wieder zu Hause. Das liegt
daran, dass so viele Menschen bereit waren genau dafür zu sorgen. Da
sind Annett, Silke, Susi, Ute, Björn, Christian und Hagen, die so viel
Zeit im Küchenzelt und beim Einkaufen und Ausrüstung transportieren
verbracht haben, das sie leider nur kurze Zeit auf dem Wasser sein
konnten. DANKE dass Ihr als Landcrew für uns da wart. Aber auch auf dem
Wasser hatten wir immer kompetente Unterstützung. Stefan, Mark, Frank,
Ralf, Achim und auch hier immer wieder Hagen sorgten gemeinsam mit mir
für Service und Sicherheit auf den Rügischen Bodden. DANKE dass Ihr da
wart. Natürlich waren da auch unsere Gastgeber in den Häfen. Der
Wassersportverein 1982 Parow, bei dem wie alle unsere Autos und Trailer
abstellen und diese ELBESAIL beginnen durften. Dann waren wir in
Suhrendorf im Ostseecamp. Dann der Höhepunkt. Neuendorf aus Hiddensee.
Ein Traum in Gras und Heide. Eine solch zuvorkommende Aufnahme haben wir
nicht im Traum erwartet. Das gilt auch für die Häfen in Vieregge und
Sagrad. Wir sind überwältigt mit welcher Gastfreundschaft wir dort
willkommen geheißen worden sind. Und allen gemeinsam ist die Aussage,
…Für die Jugendarbeit machen wir das! – Vielen, vielen Dank dafür. Schon
fast natürlich haben wir auch in diesem Jahr eine großzügige Förderung
für diese ELBESAIL von der Hugo Meyer Nachfahren-Stiftung nutzen dürfen.
Aber wir wissen, dass so etwas nicht selbstverständlich ist. Ein
RIESEN DANKESCHÖN dafür nach Hamburg und Stuttgart. Zum Schluss möchte
ich mich, ja mal wieder, bei den eigentlich wichtigen Menschen dieser
ELBESAIL bedanken. Bei unseren jungen Seglern im Tangermünder
Wassersportverein e.V. In Diesem Jahr waren das Lilly, Jonny und Enna
als ganz junge, jetzt neue Segler, Amy, Maya, Hannes, Moritz und Pascal
die schon mit viel Erfahrung unterwegs sind, sowie Clemens, Jan, Kian
und Malte die sich in diesem Jahr auf ihren Optis so wohl gefühlt haben.
EUCH ALLEN gilt mein ganz persönliches DANKESCHÖN. ZU erleben wie ihr
euch entwickelt ist der größte Lohn den man bekommen kann. Ich freue
mich schon jetzt auf die ELBESAIL 2020.